Arbeitsrecht

home-office

Suchen Sie als Arbeitgeber zusammen mit Ihren Arbeitnehmern wenn möglich individuelle Lösungen.
Nur wenn die Homeoffice-Regelungen von den Mitarbeitern überhaupt umgesetzt werden können, werden diese in der Praxis funktioneren.
Berücksichtigen Sie wenn möglich auch die familiäre Situation des einzelnen Angestellten. Lassen Sie den Personen Freiraum.
Als Arbeitnehmer sind sie aber in der Pflicht, das Ihnen vom Arbeitgeber entgegengebrachte Vertrauen zu würdigen. Nur so wird auch der Arbeitgeber nicht zum Kontrollfreak.

Nur wenn Vertrauen des Arbeitgebers und Treuepflicht des Arbeitnehmers sich die Waage halten, gelingt Home-Office. Es besteht jetzt die Chance für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, diese Balance zu finden, um allenfalls auch nach der Krise ein funktionierendes (Teil) Home-Office zu leben.

 

Nach der Krise eignet sich allenfalls, die erarbeiteten Regeln in einem Home-Office Reglement festzuhalten.

Zwangs-Ferien

 

Den Zeitpunkt der Ferien bestimmt grundsätzlich der Arbeitgeber. Grundsätzlich deshalb, weil er diverse Punkte beachten muss. So müssen die Ferien der Erholung dienen. Was aktuell fraglich ist, wenn man zusammen mit der Familie nur in der Wohnung sitzt. Auch ist eine Vorlaufzeit pflicht. D.h. der Arbeitgeber muss den Ferienbezug rechtzeitig anordnen. Man geht von einer Mindestankündigungsfrist von 3 Monaten aus. Bei zu kurzfristiger Anordnung der Ferien kann der Arbeitgeber den Ferienbezug verweigern. Aufgrund des aktuellen Ausnahmefalls ist es aber wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer versuchen, einvernehmliche und insbesondere pragmatische Lösungen zu finden. Dies insbesondere auch deshalb, weil in Bezug auf Zwangsferien, die auf ein dringliches betriebliches Bedürfnis zurückgehen, unterschiedliche Lehrmeinungen zur Frage bestehen, ob auch bei solchen Zwangsferien eine Mindestankündigungsfrist berücksichtigt werden muss oder nicht. 

Zwangsferien dürfen allgemein den gewöhnlichen Ferienanspruch des Arbeitnehmers nicht übersteigen. 

 

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Anordnung von Überstundenabbau. Ein solcher kann unter Zustimmung des Arbeitnehmers (allenfalls im Arbeitsvertrag) kurzfristig angeordnet werden. Weiter besteht die Möglichkeit von Homeoffice oder Kurzarbeit.

 

Was aber, wenn Sie als Arbeitnehmer bereits Ferien geplant und entsprechend eingegeben haben und nun aufgrund der aktuellen Situation diese Ferien nicht antreten können (wollen)? Hier gilt grundsätzlich, dass einmal festgelegte Feriendaten nicht einfach wieder einseitig geändert werden dürfen, weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer. Solange der Erholungszweck der Ferien möglich ist, scheint kein Grund für eine Verschiebung der Ferien durch den Arbeitnehmer möglich zu sein. Ob unter den aktuellen Einschränkungen der Erholungszweck von Ferien gegeben ist, dürfte fraglich sein. Solange keine Ausgangssperre wie in Spanien oder Frankreich gilt, scheint dies aber der Fall sein. 

 

Der Arbeitgeber kann aufgrund des dringlichen und unvorhergesehenen betrieblichen Bedürfnis die vereinbarten Ferienpläne ändern oder sogar einen Rückruf aus den Ferien anordnen (z.B. bei Mangel an Pflegepersonal). 

 

 

Fürsorgepflicht 

 

Der Arbeitgeber sollte allgemein Möglichkeiten bereitstellen, um die Verbreitung von Viren zu verhindern. Dies kann z.B. durch die Bereitstellung von geeigneten Desinfikationsmitteln und dem regelmässigen Reinigen von Türgriffen, Arbeitsplätzen, Toiletten etc. erfolgen.

 

Machen sie als Arbeitgeber ihre Mitarbeiter mittels Flyers , Aushängen oder E-Mails darauf aufmerksam, die Hände oft und mit Seife zu waschen. Bei grösseren Firmen können allenfalls Körpertemparaturkontrollen mitteles Wärebildkamaras sinnvoll sein. Arbeitgeber haben hier empfindlich den Datenschutz im Auge zu behalten.

 

Meldepflicht

 

Arbeitnehmer haben dem Arbeitgeber umgehend Meldung zu machen, sollten Krankheitssymptome bei Mitarbeiter / Familie / Verwandten oder Bekannten auftauchen.

 

 

 

 

Lohnfortzahlung

 

Wenn sie erkranken, haben sie Anspruch auf Lohnfortzahlung gemäss Gesetz und Vertrag wie bei jeder sonstigen Krankheit auch.

 

Wer z.B. wegen einer Reisesperre das Land nicht mehr verlassen darf oder aus anderen Gründen nicht zur Arbeit erscheinen kann, hat - sofern keine entsprechende Ausgangsverbots-Anordnung der Behörden vorliegt - keinen Anspruch auf Lohn.

 

Sind sie in den Ferien am Virus erkrankt, erhalten sie den Lohn nach den gesetzlichen und vertraglichen Abmachungen.

 

Bei begründeter Arbietsverweigerung - z.B. wenn Krankheitssymptome bei Mitarbeitern vorliegen, keine Schutzmassnahmen ergriffen werden etc. - haben sie Anspruch auf Lohn.

 

Schliesst die Schule oder die Kinderkrippe und müssen sie deshalb zuhause bleiben, so haben sie für einen begrenzten Zeitraum (i.d.R. 3 Tage) Anrecht auf Lohnfortzahlung.

 

Lohnfortzahlung besteht auch bei einer Betriebsschliessung durch die Behörden nur dann, wenn der Grund für die Schliessung in die Risikosphäre des Arbeitgebers fällt (z.B. schlechte oder keine Schutzmassnahmen).

 

Schliesst der Arbeitgeber den Betrieb ohne Anweisungen der Behörde von sich aus, besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung.

 

Hinweise für Arbeitgeber vom Bundesamt für Gesundheit: